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Symptom oft fehlinterpretiert

Gelenk- und Muskelschmerzen in den Wechseljahren

Sinkender Östrogenspiegel gilt als mögliche Ursache

Muskel- und Gelenkschmerzen treten in den Wechseljahren relativ häufig auf. Diese Beschwerden werden eher mit üblichen Abnutzungserscheinungen begründet. Doch tatsächlich können Gelenkproblee in den Wechseljahren auch Folge des sinkenden Östrogenspiegels sein.

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Gelenkschmerzen gelten bislang nicht als typisches Symptom der Wechseljahre.
© iStock.com/dragana991

Gelenkschmerzen wegen der Wechseljahre? Viele Frauen würden da abwinken. Denn als typische Symptome der Wechseljahre gelten Hitzewallungen, Schweißausbrüche sowie Scheidentrockenheit. Daneben können aber weitere körperliche Beschwerden, etwa Schmerzen an Gelenken und/oder Muskeln, auftreten. Diese Symptome stehen jedoch – anders als die „Klassiker“ – nicht selten im Abseits.

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Dabei klagt über die Hälfte der Frauen in den Wechseljahren über Symptome wie Gelenk- und/oder Muskelschmerzen oder Gelenksteifigkeit. Einigen Untersuchungen zufolge berichten bis zu 70 Prozent der Frauen über derartige Wechseljahresbeschwerden. Die Gelenk- und/oder Muskelprobleme, auch als Arthro- beziehungsweise Myopathie bezeichnet, machen vielen Frauen das Leben schwer, sodass sie behandelt werden sollten. Für eine effektive Therapie ist es aber wichtig, die Auslöser zu kennen.

Sind das die Wechseljahre? Symptome im Überblick

 

Östrogenmangel und Gelenkschmerzen

Gegenüber jüngeren Frauen leiden doppelt so viele Frauen in und nach den Wechseljahren an Gelenk- und Muskelbeschwerden. Daher liegt es nahe, einen Östrogenmangel als Ursache zu vermuten. Die Abnahme des Geschlechtshormons scheint tatsächlich eine wichtige Rolle zu spielen.

Östrogene beeinflussen das Immunsystem, die Schmerzverarbeitung und den Stoffwechsel in Knorpel und Knochen. Bestimmte Immunzellen in den Gelenken weisen zum Beispiel Andockstellen für Östrogene (Östrogenrezeptoren) auf. Ein Mangel des Hormons kann Entzündungsprozesse im Gelenk fördern und Beschwerden auslösen. Ähnliches gilt für die Schmerzverarbeitung. Auch hier lassen sich in einigen Strukturen des Nervensystems Rezeptoren für Östrogene nachweisen. Die Hormone haben offenbar einen schmerzlindernden Effekt. Nimmt die Konzentration der Östrogene im Rahmen der Wechseljahre ab, können Schmerzen zunehmen, so die Vermutung von Wissenschaftlern.

Genaue Diagnose notwendig

Allerdings muss man bei Gelenkbeschwerden beachten, dass auch andere Ursachen infrage kommen. So steigt etwa mit zunehmendem Alter auch das Risiko für schmerzhafte Verschleißerscheinungen an den Gelenken (Arthrose) und die sogenannte rheumatoide Arthritis an. Bei Letzterer handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Gelenke, die ebenfalls mit Gelenkbeschwerden wie Schmerzen oder Steifigkeit einhergeht. Daher kommt es darauf an, den genauen Auslöser der Gelenkbeschwerden zu ermitteln, denn nur so lassen sich die Beschwerden effektiv behandeln.

Hormonbehandlung bei Gelenkschmerzen?

Ob Frauen mit Gelenkbeschwerden in den Wechseljahren im Einzelfall von einer Hormontherapie profitieren können, hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte mit dem Arzt ausführlich besprochen werden. Schlussendlich spielt neben anderen gesundheitlichen Aspekten das gesamte Beschwerdemuster eine zentrale Rolle. Wichtig ist jedoch, dass Frauen in den Wechseljahren, die an Gelenk- und Muskelbeschwerden leiden, diese nicht einfach „ertragen“, sondern ihren behandelnden Arzt informieren. Nur so kann eine exakte Diagnose gestellt und die geeignete Behandlung eingeleitet werden.

Gut zu wissen: Für die Hormontherapie stehen heute moderne Darreichungsformen wie beispielsweise östrogenhaltige Dosiergele zur Verfügung, die eine individuell angepasste, möglichst niedrige Dosierung und eine bessere Verträglichkeit ermöglichen. Sprechen Sie Ihren Frauenarzt auf die modernen Möglichkeiten der Hormontherapie an und informieren Sie sich umfassend - auch um Gelenkschmerzen in den Wechseljahren vorzubeugen.

Welche Wechseljahresbeschwerden sonst noch auftreten können, lesen Sie hier.

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