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Hormone bringen Herz aus dem Takt

Herzrasen in den Wechseljahren: Was hilft gegen das Herzklopfen?

Die Wechseljahre bringen den Hormonspiegel aus dem Gleichgewicht. Die Folgen sind oftmals zahlreiche Beschwerden, die den ganzen Körper betreffen können. Neben Hitzewallungen und Schlafstörungen treten bei einigen Frauen auch Herzrasen oder Herzstolpern auf. Was sind die Ursachen für Herzprobleme in den Wechseljahren?

Herzrasen: Wechseljahre als Ursache
© Getty Images/PixelsEffect

Wenn das Herz plötzlich spürbar klopft und zu rasen scheint, sprechen Fachleute von sogenannten Palpitationen. Herzrasen und Herzstolpern können dann sehr bedrohlich wirken, nicht immer steckt eine gefährliche Ursache dahinter. Auch die Wechseljahre können das Herz zeitweise aus dem Takt bringen.

Im Überblick:

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Was ist Herzrasen?

Bei gesunden Erwachsenen liegt der Ruhepuls zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute. Den Rhythmus gibt das Herz dabei selbst vor. Schlägt das Herz plötzlich scheinbar grundlos schneller, wird dies als Herzrasen oder Tachykardie bezeichnet. Bei einem hohen Puls von rund 100 bis 200 Schlägen pro Minute bemerken Betroffene oft ein starkes Herzklopfen in der Brust, was zu Panik führen und den Puls noch weiter beschleunigen kann. Auch geht das Herzrasen in manchen Fällen mit weiteren Symptomen wie Schwindel, Brustschmerzen und innerer Unruhe einher.

Darüber hinaus verspüren viele Menschen gelegentlich ein Herzstolpern oder -flattern. Dann kann das Herz kurz aus dem normalen Takt geraten sein, medizinisch ist auch von Extrasystolen die Rede.

Herzrasen in den Wechseljahren selten einziges Symptom

Ob beim Einkaufen, auf dem Weg zur Arbeit oder mitten in der Nacht: Herzrasen in den Wechseljahren kann jederzeit auftreten, auch ohne körperliche Anstrengung wie beim Sport. Meist tritt das Herzklopfen nicht isoliert auf, sondern etwa zusammen mit den typischen Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. Wie es genau zu den Wechseljahresbeschwerden kommt, ist bislang nicht endgültig geklärt.

Fachleute vermuten, dass der sinkende Anteil von Östrogen im Körper das Zentrum für die Thermoregulation im Gehirn beeinflusst und dort eine Erhöhung der Körpertemperatur anregt. Um eine Überhitzung zu vermeiden, kommt es in Folge zu einer Erweiterung der Blutgefäße, sodass der Körper mehr Wärme abstrahlen kann. Dies wird über das vegetative Nervensystem gesteuert. Die schubweise Erweiterung der Blutgefäße wird dann als Hitzewallung empfunden, dabei wirkt das vegetative Nervensystem auch auf das Herz ein: Es kommt zu einem erhöhten Puls, der als Herzrasen wahrgenommen wird.

Herzrasen tritt in den Wechseljahren nicht durchgängig auf, sondern gelegentlich. Einige Frauen verspüren auch keinerlei Wechseljahresbeschwerden wie Herzflattern, Schlafstörungen und Hitzewallungen. Bei anderen kommt es besonders in der Peri- und Postmenopause, also der unmittelbaren Zeit vor und nach der Menopause (letzte Monatsblutung), zu den Symptomen.

Herzrasen immer ärztlich abklären lassen

Herzrasen ist in vielen Fällen harmlos, Fachleute sprechen dann auch von gutartigem Herzjagen. Mögliche ungefährliche Ursachen für Herzrasen und Herzstolpern sind:

  • Stress
  • Hormonschwankungen
  • Angst
  • Depressionen
  • Alkohol
  • Nikotin
  • Schlafmangel
  • Kalium- oder Magnesiummangel

In manchen Fällen ist die Tachykardie jedoch Hinweis für eine schwerwiegende Erkrankung, die behandelt werden muss, darunter:

  • Vorhofflimmern
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • koronare Herzkrankheit
  • Anämie (Blutarmut)

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente sowie Vergiftungen können das Herzrasen auslösen. Um eine behandlungsbedürftige Erkrankung als Ursache sicher ausschließen zu können, ist es wichtig, dass Frauen mit Herzrasen bald ärztliche Hilfe einholen. Ärzt*innen können durch verschiedene Untersuchungen herausfinden, welcher Auslöser den Herzbeschwerden zugrunde liegt.

Diagnose von Herzrasen in den Wechseljahren

Um herauszufinden, ob die Wechseljahre Ursache für das Herzrasen sind, erfolgt in der Regel zunächst ein ausführliches ärztliches Gespräch. Für die Anamnese sind verschiedene Faktoren relevant, etwa

  • seit wann das Herzrasen besteht,

  • wie lange es stets andauert,

  • in welchen Situationen es zu dem erhöhten Puls kommt oder

  • ob es mit weiteren Symptomen wie Schweißausbrüchen oder Hitzewallungen einhergeht.

Es schließt sich meist eine körperliche Untersuchung an, bei der das Herz mithilfe eines Stethoskops abgehört und Puls sowie Blutdruck gemessen werden. Weiterhin kann ein Herzultraschall (Echokardiogramm) oder Elektrokardiogramm (EKG) sinnvoll sein, um krankhafte Veränderungen sowie eine gestörte Erregungsleitung im Herzen sichtbar zu machen und etwa Herzrhythmusstörungen aufzudecken. Auch wird in vielen Fällen eine spezielle Herzkatheteruntersuchung, die sogenannte EPU, durchgeführt.

Wird ein Östrogenmangel in den Wechseljahren als Ursache vermutet, kann ein Bluttest sinnvoll sein, um genaue Erkenntnisse über den Hormonstatus zu erlangen.

Was hilft bei Herzrasen in den Wechseljahren?

Ist eine Erkrankung der Auslöser, muss diese behandelt werden. Liegt die Ursache des Herzjagens hingegen im Ungleichgewicht des Hormonhaushalts und tritt das Herzrasen bevorzugt mit Hitzewallungen auf, kann eine Hormonersatztherapie helfen, die Beschwerden zu lindern. Hierzu werden die fehlenden weiblichen Hormone ergänzt. Wichtig ist dabei eine gezielte Beratung und regelmäßige Kontrolle durch den*die Gynäkolog*in, denn nicht für jede Frau kommt die Behandlung mit Hormonen infrage. Außerdem können Nebenwirkungen durch die Einnahme von Hormonen auftreten. Für die Behandlung gibt es verschiedene Darreichungsformen, darunter:

  • Spray 
  • Tablette
  • Creme
  • Salbe
  • Zäpfchen
  • Pflaster

Weiter Tipps für Frauen mit Herzrasen in den Wechseljahren

Neben einer Hormonersatztherapie zur Stabilisation des Östrogenspiegels können noch weitere Maßnahmen helfen, das Herz während der Wechseljahre gesund zu halten und Herzrasen zu verhindern.

Tipps für ein starkes Herz in den Wechseljahren:

  • geregelter Tagesrhythmus mit ausreichend viel Schlaf

  • wenig oder keinen Alkohol trinken

  • Rauchverzicht

  • ausreichend Bewegung, insbesondere Ausdauersport

  • Stressreduktion und Entspannungstechniken (wie Yoga oder Progressive Muskelentspannung)

Daneben kann es bei akutem Herzrasen helfen, kaltes Wasser zu trinken, tief in den Bauch zu atmen oder in den Bauch hineinzupressen (wie beispielsweise beim Stuhlgang oder Husten).

Zusammenfassung

Ursachen: Hormonelles Ungleichgewicht aufgrund eines niedrigen Östrogenspiegels, Herzkrankheiten, Schilddrüsenüberfunktion, zu wenig Kalium oder Magnesum im Blut

Was akut hilft: Kaltes Wasser trinken, in den Bauch atmen

Untersuchung: Herzultraschall, Blutdruck- und Pulsmessung, EKG, Katheteruntersuchung (EPU), Bluttest

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