Botenstoffe fürs körperliche Gleichgewicht

Funktionen weiblicher Hormone

Weibliche Geschlechtshormone werden vorwiegend mit Sexualität und Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Sie leisten aber noch viel mehr.

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Hormone sorgen im Körper für Gleichgewicht.
Getty Images/Creatas RF

Wie alle Hormone sind auch die Geschlechtshormone als Botenstoffe im Körper aktiv. Sie steuern Gestalt und Aussehen eines Menschen und tragen wesentlich zu Sexualität, Gesundheit und Lebensgefühl bei. Dabei ist zu beachten, dass alle Geschlechtshormone sowohl im weiblichen als auch im männlichen Körper gebildet werden. Das Mengenverhältnis macht den Unterschied: Frauen produzieren überwiegend weibliche Hormone und nur in geringem Ausmaß männliche Hormone, bei Männern ist es umgekehrt. Die wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone sind Östrogene und Progesteron.

Wo werden die weiblichen Geschlechtshormone gebildet?

Östrogen wie auch Progesteron werden in den Eierstöcken gebildet, und zwar in den so genannten Eibläschen, die wie eine zarte Hülle die unreifen Eizellen umgeben. Rund 400.000 solcher unreifer Eizellen liegen in den Eierstöcken einer jungen Frau bereit. In jedem Zyklus werden circa 500 Follikel verbraucht. Die Anzahl der in die Reifung übergehenden Follikel nimmt somit stetig ab, die Reserve erschöpft sich langsam.

Östrogene machen das Mädchen zur Frau und noch viel mehr

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Zu Beginn der Pubertät leiten Östrogene all die Entwicklungsschritte ein, die aus einem Mädchen eine Frau machen, also das Wachstum der Brust, die weibliche Fettverteilung im Körper, die Behaarung, die Veränderung der Stimme. Östrogene fördern die sexuelle Lust und sind mit an der Steuerung des komplizierten weiblichen Zyklus beteiligt, der jeden Monat für die Reifung einer neuen befruchtungsfähigen Eizelle sorgt. Sie tragen damit ganz wesentlich zur Fruchtbarkeit einer Frau bei. Darüber hinaus haben Östrogene im weiblichen Körper eine Vielzahl weiterer Aufgaben: Sie fördern den Knochenaufbau, sind an der Regelung des Fettstoffwechsels beteiligt, schützen die Gesundheit der Blutgefäße, sorgen für die Stabilität des Bindegewebes und sind auch für das seelische Gleichgewicht wichtig.

Gestagene wirken an Zyklus und Schwangerschaft mit

Ebenso wie Östrogen gestaltet auch Progesteron den weiblichen Zyklus mit. Es bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor und ist für den Erhalt der Schwangerschaft verantwortlich.

Hormone im weiblichen Zyklus

Jeden Monat bereitet sich der weibliche Körper neu auf eine Schwangerschaft vor. Daran sind Hormone aus dem Gehirn wie auch aus den Eierstöcken beteiligt. In der ersten Hälfte des Zyklus spielt Östrogen eine maßgebliche Rolle bei der Ausreifung einer neuen, befruchtungsfähigen Eizelle. Es regt außerdem das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut an.

Sobald eine reife Eizelle den Eierstock verlassen hat und im Eileiter zur Gebärmutter wandert, beginnen die Eierstöcke, Progesteron auszuschütten. Das Gelbkörperhormon bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einpflanzung des befruchteten Eies und damit den Organismus auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Kommt es nicht zur Schwangerschaft, versiegt die Progesteronproduktion wieder. Das Ei wird gemeinsam mit der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen, die Regelblutung setzt ein. Diesen Kreislauf bezeichnet man als Zyklus.

In den Wechseljahren, die meist zwischen den 45. und 50. Lebensjahr einer Frau einsetzen, findet im weiblichen Körper nach und nach eine Hormonumstellung statt. Die Funktion der Eierstöcke lässt nach. Diese produzieren weniger der weiblichen Geschlechtshormone Östrogene und Progesteron, auch die Konzentration anderer Hormone im Körper verändert sich. Bemerkbar macht sich diese bei den Frauen durch die typischen Wechseljahresbeschwerden, wie Hitzewallungen, Scheißausbrüche, unregelmäßige Zyklen und später durch das Ausbleiben der Regelblutung.

Weibliche Hormone

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Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 05. November 2014

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