Zu stark, zu kurz, andauernd

Regelblutung und Zyklus in den Wechseljahren

Bereits längere Zeit bevor die klassischen Symptome der Wechseljahre wie die typischen Hitzewallungen auftreten und die Regelblutung gänzlich ausbleibt, kommt es bei den meisten Frauen zu Zyklusstörungen.

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Übermäßig starke Blutungen, kürzere Pausen zwischen den Zyklen und schließlich eine ausbleibende Periode: Solche Zyklusschwankungen sind ein normales Symptom der Wechseljahre.
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Der früher mehr oder weniger gleichmäßige Abstand zwischen zwei Blutungen beginnt durch den sinkenden Hormonspiegel stark zu variieren. Mal ist er eher kurz, dann wieder dauert es deutlich länger, bis die nächste Blutung kommt. Auch die Blutungsstärke verändert sich. So kann es mitunter zu sehr heftigen Blutungen kommen, dann wieder verläuft eine Blutung nur ganz leicht. Menstruationsstörungen können sich dadurch äußern, dass die Blutung zu lange oder zu kurz andauert. Auch zusätzliche Blutungen oder das völlige Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö) sind möglich.

Erste Vorboten der Wechseljahre sind kaum merkliche Veränderungen der Zykluslänge. Zunächst ist die Regel oft verkürzt. Bei einem Viertel der Frauen zwischen 40 und 50 Jahren werden die Abstände länger, die Blutung stärker. Auch Zwischenblutungen sind häufiger zu beobachten. Nicht selten kommt es bei Frauen in dieser Alterklasse zu Blutarmut.

Solche Zyklusschwankungen treten, wenn sie durch den Beginn der Wechseljahre ausgelöst werden, bei den meisten Frauen zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr auf und können mehrere Monate bis Jahre andauern. Doch nicht immer gehen Störungen und Beschwerden im Monatszyklus bei Frauen dieses Alters auf die Wechseljahre zurück. Auch andere Ursachen können sich dahinter verbergen.

So zeigen sich die Wechseljahre

Bei starken Blutungen ist der Gang zum Arzt unbedingt erforderlich. Er muss abklären, welche Ursachen zugrunde liegen, da auch einige Erkrankungen zu einer verstärkten Blutung führen können. Obwohl die Fruchtbarkeit in dieser Zeit nachlässt, ist eine Schwangerschaft nach wie vor möglich.

Während der fruchtbaren Phase im Leben einer Frau sind die Eierstöcke die wichtigsten Bildungsstätten für die Östrogen und Progesteron. Beide Hormone haben eine Vielzahl an Aufgaben im weiblichen Körper. Der Eierstock ist die einzige hormonbildende Drüse, die ihre Fähigkeit, die Abgabe befruchtungsfähiger Eizellen und die Bildung weiblicher Hormone, vorzeitig einstellt. Etwa um das 50. Lebensjahr sind die Eier und die sie umgebenden hormonbildenden Zellen des Follikels aufgebraucht. Follikelwachstum, Eisprung und Gelbkörperbildung sind nicht mehr möglich. Die Phase der hormonellen Umstellung setzt ein. Zunächst sinkt die Produktion des Progesterons, später auch des Östrogens.

Wechseljahre: Der Zyklus wird unberechenbar

Die eigentlichen Wechseljahre beginnen, wenn die Zyklen unregelmäßig werden, wenn sich kurze und lange Perioden abwechseln. Dieser Zeitpunkt tritt meist im Alter von etwa 45 Jahren ein. Die Dauer dieser Phase ist sehr unterschiedlich und kann von wenigen Monaten bis zu vielen Jahren reichen.

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Bei etwa der Hälfte aller Frauen treten jetzt die typischen Symptome der Wechseljahre in Erscheinung:  Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Sexualstörungen. Diese Symptome sind verursacht durch einen fortschreitenden Rückgang an Östrogen und Progesteron im Blut, der von heftigen Schwankungen gekennzeichnet ist.

Gründe für das Ausbleiben der Periode

Der weibliche Körper wird stark von äußeren Faktoren beeinflusst. So reagieren viele Frauen auf starken beruflichen wie privaten Stress, Konflikte in der Partnerschaft oder Urlaubsreisen und Klimaumstellungen mit Schwankungen im Monatszyklus. Grund hierfür: Manche Lebensumstände würden eine Schwangerschaft gefährden, weshalb der Körper die Hormonproduktion dahingehend umstellt, dass eine Schwangerschaft erst gar nicht möglich wird. Auch Krankheiten und andere Einflüsse können neben dem Beginn der Wechseljahre die Ursache für Zyklusstörungen sein. Dazu zählen:

  • Erkrankungen der Eierstöcke
  • Erkrankungen des Gehirns (etwa Störungen der Hirnanhangdrüse)
  • Tumoren wie Gebärmutterkrebs
  • Hormonstörungen wie eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse
  • Diabetes mellitus
  • Leber- und Nierenerkrankungen
  • Über- oder starkes Untergewicht etwa infolge von Magersucht (Anorexie)
  • Absetzen der Antibabypille
  • Stillzeit
  • Einnahme von Medikamenten wie Psychopharmaka und Hormonpräparate
  • seelische Probleme wie ein unerfüllter Kinderwunsch
  • extreme sportliche Aktivitäten etwa im Leistungssportbereich

Ausbleiben der Regel: Bin ich womöglich schwanger?

Natürlich kann auch eine Schwangerschaft ein möglicher Grund für das Ausbleiben der Regel sein. Zwar nimmt die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Schwangerschaft mit zunehmendem Lebensalter ab. Vor allem ab dem 40. Lebensjahr wird sie immer geringer, da die Aktivität der Eierstöcke allmählich abnimmt und immer weniger befruchtungsfähige Eizellen heranreifen. Dennoch können Frauen, bei denen die Wechseljahre bereits begonnen haben, noch schwanger werden, da es vereinzelt noch zu einem Eisprung kommen kann. Deshalb sollten Frauen über 40, bei denen die Monatsblutung plötzlich ausbleibt, eine mögliche Schwangerschaft in Betracht ziehen.

Die Abbauphase, wenn Eisprung und Gelbkörperbildung immer seltener auftreten, nennt man die Prämenopause. Die Prämenopause umfasst die drei bis fünf Jahre vor dem Auftreten der letzten Blutung. Den Zeitpunkt der letzten Monatsblutung bezeichnet man als Menopause. Er kann nur im Rückblick nach einer blutungsfreien Zeit von mindestens einem Jahr festgestellt werden. Die Jahre nach dem Eintritt der Menopause bis etwa zum 65. Lebensjahr nennt man die Postmenopause. Die gesamte Übergangszeit der Wechseljahre wird als Klimakterium bezeichnet.

Was tun bei Zyklusstörungen?

Wie bei allen anderen Wechseljahresbeschwerden gilt auch hier, dass Stress und Überlastung die Symptome verstärken. Deshalb ist es auf jeden Fall hilfreich, dem Leben einen ruhigeren Rhythmus zu geben und Stressquellen abzubauen. Auch Medikamente verschaffen Linderung. Unter den pflanzlichen Heilmitteln haben sich Extrakte des Mönchspfeffers (Vitex agnus castus) bei Zyklusstörungen bewährt. Eine Rücksprache mit dem Arzt ist übrigens auch bei der Einnahme von pflanzlichen Produkten unbedingt erforderlich.

Bei sehr starken Blutungen genau wie weiteren Wechseljahresbeschwerden schafft die Hormontherapie Abhilfe. Die fehlenden körpereigenen Hormone werden mithilfe einer Hormongabe ersetzt. Nach neuesten Erkenntnissen sind die verabreichten Hormone am besten verträglich, wenn sie in ihrer molekularen Struktur den körpereigenen Hormonen identisch sind. Die Behandlung sollte in enger Abstimmung mit dem Arzt erfolgen, der alle persönlichen und familiären Risikofaktoren bei der Auswahl des geeigneten Präparates berücksichtigt.

Welche Wechseljahresbeschwerden sonst noch auftreten können, lesen Sie hier.

Alltagstipps: Gesund durch die Wechseljahre

 

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