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Jucken, Brennen und Schmerzen

Lokale Hormontherapie bei Scheidentrockenheit

Viele Frauen klagen während und nach den Wechseljahren über Beschwerden wie Scheidentrockenheit. Eine lokal wirksame Hormontherapie ist dann das Mittel der Wahl.

Scheidentrockenheit: Juckreiz und Schmerzen
© Getty Images/valentinrussanov

Kurzübersicht: Scheidentrockenheit in den Wechseljahren

Ursachen: Meistens liegt die Ursache für Scheidentrockenheit in und nach den Wechseljahren an einem Östrogenmangel, der zu einer verminderten Bildung von Feuchtigkeit und nachlassenden Durchblutung des Intimbereichs führt.

Symptome: Juckreiz, Brennen, Schmerzen bei Bewegung oder Geschlechtsverkehr, Blutungen

Therapie: Behandlung mit hormonhaltigen Scheidentabletten, Zäpfchen oder Cremes

Im Überblick:

Das hilft bei Scheidentrockenheit: 13 Tipps

Scheidentrockenheit: Östrogenmangel als Ursache

Neben Haarausfall, Hitzewallungen und Schlafstörungen kann auch Scheidentrockenheit Folge der hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren sein. Häufig werden die Symptome von Scheidentrockenheit mit denen des Scheidenpilzes verwechselt. Bei Frauen in den Wechseljahren steckt jedoch meist ein Hormonmangel dahinter.

Ausgelöst wird die Scheidentrockenheit durch die versiegende Produktion des weiblichen Sexualhormons Östrogen. In der Scheidenwand befinden sich Östrogenrezeptoren. Durch das Andocken des weiblichen Geschlechtshormons wird normalerweise die Durchblutung, Feuchtigkeitsbildung und der Aufbau von Zellen der Scheidenhaut gewährleistet. Der sinkende Östrogenspiegel verursacht infolge Rückbildungsprozesse im Intimbereich (vaginale Atrophie), wodurch es zu den Symptomen kommt.

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Östrogene beeinflussen zudem auch den pH-Wert des Vaginalsekrets. Das gesunde Scheidenmilieu ist sauer, Milchsäurebakterien können so die Scheide vor Infektionen schützen. Steigt der pH-Wert, verändert sich die Scheidenflora und das Risiko für Erkrankungen und Infektionen wie Scheidenpilz nimmt zu.

Typische Symptome bei vaginaler Trockenheit

In den Wechseljahren kommt es typischerweise zu einem Östrogenmangel. Aufgrund der nachlassenden Östrogenwirkung nehmen Durchblutung, Feuchtigkeit und Elastizität der Vagina ab. In der Folge kommt es zu den charakteristischen Beschwerden:

  • Trockenheit in der Scheide und an den Schamlippen
  • Juckreiz
  • Mikrorisse der Scheidenhaut
  • leichte Blutungen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • häufige Scheidenentzündungen (Kolpitis)
  • Schmerzen und Brennen auch bei Alltagsbewegungen wie Gehen oder Radfahren

Daneben bildet sich unter Umständen auch die Schleimhaut etwa in Harnblase und Harnröhre zurück, auch eine abnehmende Durchblutung sowie sinkende Elastizität und Muskelaktivität im Bereich der Harnwege ist möglich. Häufige Harnwegsinfektionen und Harninkontinenz können also ebenfalls die Folge von Östrogenmangel sein, da sich Bakterien und andere Krankheitserreger nun leichter ansiedeln können.

Therapie: Was hilft bei Scheidentrockenheit?

Viele hormonfreie Präparate wie zum Beispiel Gleitmittel und Feuchtigkeitscremes sind bei vaginalen Beschwerden in der Postmenopause wenig effektiv, sie können diese nur für den Moment lindern. An der eigentlichen Ursache des Problems – dem Östrogenmangel – ändern sie nichts.

Um typische Beschwerden wie Scheidentrockenheit oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zu bessern, hat sich hingegen die gezielte Gabe von Hormonen bewährt. Hierfür eignet sich besonders eine lokale Hormontherapie mit Östrogen – etwa mit dem hochwirksamen Estradiol. Mögliche Darreichungsformen sind hierbei:

  • Vaginaltabletten
  • Vaginalzäpfchen
  • Cremes
  • Gele

Die Wirkung entfaltet sich direkt in der Scheide und ermöglicht so eine niedrige Dosierung – mit entsprechend geringerem Risiko für Nebenwirkungen.

Positiver Zusatzeffekt: Auch auf die Harnwege kann sich eine lokale vaginale Östrogentherapie günstig auswirken. Sie führt zu einem Rückgang der wiederholt auftretenden Harnwegsinfektionen, für die Einnahme von Östrogenen in Tablettenform (orale Östrogentherapie) ist dies hingegen nicht eindeutig bewiesen.

Grundsätzlich gilt: Ob die lokale Hormontherapie im individuellen Fall in Frage kommt, gilt es gynäkologisch abzuklären.

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