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Das ist nun wohl der Anfang vom Ende?

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

20.09.2015 | 17:54 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr Bohnet,

Ich bitte Sie um Ihren Rat, da ich Ihre Antworten rund um das Thema seit geraumer Zeit sehr gerne lese, schätze und auch zu Fortbildungszwecken heranziehe☺️

Ich, 42, trage die Mirena, es ist meine zweite, wegen extremer Blutungen seit der Niederkunft. Mit der zweiten Spieale blieben auch die Menses aus. Seit gut einem halben Jahr habe ich nun wieder Blutungen, meist leichter Natur, oft Schmierblutungen, die sich ein bis zwei Wochen ziehen. Im März 2016 wären die 5 Jahre voll. 

Ich habe seit gut einem Jahr zunehmend Probleme, im letzten halben Jahr werden sie intensiver: Haarausfall, sehr unreine Haut mit der Neugung zu abgekapselten Pickeln, v a am Hals, mittlerweile ist jedoch das gesamte Gesicht betroffen. Schmierblutungen, wie gesagt. Wiederauftretende Blutungen nach jahrelangem Ausbleiben. Bleierne Müdigkeit. Zerstreutheit bis hin zur Desorientiertheit. Leistungsabfall. Stimmungstief. Das Gefühl, unattraktiv und v a uralt zu sein. Ich habe i F Hashimoto, meine Schilddrüse existiert quasi nicht mehr, mein Leben lang gefroren-ich schwitze zum ersten Mal in meinem Leben derart, dass ich weiße Schweißränder am schwarzen Shirt hinterlasse. Ich neige zu Ödemen in den Beinen. Tollerweise sprießt mir nun auch noch ein Damenbart am Kinn und einige Haare um den Vorhof auf der Brust. Plötzlicher Leistungseinbruch beim Training. Ich mag und kann v a nicht mehr.

Laut Blutuntersuchung, wahlloser Zeitpunkt, mit Mirena, bin ich angeblich noch nicht im Wechsel. Ich habe aber alle Symptome?

Ich habe, nachdem mich der blutabnehmende Kassenarzt nicht ernst nahm, einen Wahlarzt und einen anderen Kassenarzt konsultiert...mit nunmehr drei unterschiedlichen Meinungen. Ich kenn mich nun nicht mehr aus und bin langsam, aber sicher am Verzweifeln.

Ich nehme Gesdine (Myo-Inositol, Folsäure, zum Senken der Androgene, v a im Hinblick auf  leichten Hirsutismus, Seborrhoe, Akne), Euthyrox 100mg. TSH ist supprimiert, der Rest passt lt Endokrinologe.

1. Arzt: mir fehlt nix und ich bilde mir alles nur ein. Ich war zum Zeitpunkt derart müde u verzweifelt, dass ich fast nicht mehr arbeiten konnte, da ich nicht in die Gänge kam u erst nachts halbwegs munter wurde. Mit Hangover am Morgen. Schlaflosigkeit nachts bis 3:00/4:00h morgens. Dafür mehrere reife Follikel-sähe PCOS-artig aus.

2. Arzt: 200mg Arefam oral sequentiell. Spirale raus, Blutungen aussitzen, evtl Endometriumsablation. Beginn mit Pilleneinnahme (Claira).

3. Arzt: Spirale raus, neue sofort rein. Arefam 200mg vaginal abends sequentiell, Estrogel 2 Hub 0,75mg probeweise 1 Mo morgens. Fazit: plus 8kg seit August bei unkontrollierbarem Heißhunger.

Nun hätte ich kommenden Dienstag den Termin zum Ziehen der Mirena. Aber wie fortsetzen?? 

Wird das jemals wieder besser, oder ist dieses Chaos nun die Perspektive für die kommenden 10 Jahre?

Was soll ich bitte tun, das mir nämlich annähernd wieder mein Leben zurückgibt? 

Ich hoffe, Sie können mir raten.

G

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01.10.2015, 23:14 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Herr Prof Dr Bohnet

Da käme dann wohl am ehesten eine antiandrogen wirksame Dienogest-Ethinylestradiol-Kombi in Frage?Desogestrel alleine wirkt ja nicht antiandrogen.

Was halten Sie vom erhöhten Thromboserisiko in meinem Alter?

Progesteron ist während einer Pilleneinnahme weiterhin einzunehmen?

Ich hab mein ganzes Leben lediglich 2 Monate Cyproteronacetat (Akne) eingenommen. Mit dem Effekt von Gewichtszunahme und Stimmungstief.

Ich brauche an sich gar keine Verhütung. Ich bin alleinstehend und war und bin -mit Ausnahme eines gescheiterten Beziehungsversuchs- somit sexuell inaktiv. Als vermutliches Souvenir habe ich heute auch noch den positiven Nachweis des high risk HPV-16 präsentiert bekommen, vor 1a PAP III, dann bei Kontrolle alles in Ordnung und nun das...

Hysterektomie ist keine denkbare Alternative? 

Wie schreibt man denn "Entspannung"?Ich hab den Druck allerdings immer gemocht und gut gehandlet. Ich schaff's nur plötzlich nicht mehr.

Vit D versuchte ich hochdosiert mit 20 000 iE/d und höher auszugleichen. Ohne Erfolg. 

Mit Trijodthyronineinnahme in Kombi mit Euthyrox ging's eine Zeit lang besser, bis August. Seitdem ist unerklärlicherweise wieder alles im Eimer und gar nichts mehr, wie es war/sein soll.

Die Schilddrüse ist sich binnen 8a selbst zum Opfer gefallen. Die Ärztin auf d Isotopen dachte, sie wurde entfernt, da so gut wie nichts mehr übrig ist. Das "am Zahnfleisch-Gehen" bezog sich auf meine extreme Müdigkeit, trotz ausreichend Medikation. Erst mit T3 wurde es besser.

Kein MAK-Wert, nein.

Danke!!! 

G

Experte-Bohnet
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02.10.2015, 01:40 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Ja, so eine Therapie scheint mir in der Tat sinnvoll. Wenn Sie nicht übergewichtig sind, ist das Thromboserisiko kaum erhöht. Man könnte ja auch 3 Monate abends ASS 100 einnehmen, um es zu senken!

Vermutlich wurde ein Szintigrafie unter der Behandlung gemacht; dies ist in keinem Falle sinnvoll. MAK ist ein Muss!

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02.10.2015, 06:50 Uhr
Antwort

Guten Morgen

Naja...ich wiege ja nun 60kg, das soll aber keinesfalls so bleiben, bin aber vom BMI her noch im vertretbaren Normbereich.

Dann werde ich das so machen.

Ja, genau, Szinti wurde gemacht, TRAK, TSH, T4,T3...und kein MAK... 

Herr Professor, ich bedanke mich ganz, ganz herzlich für die Zeit und Geduld, die Sie mir geschenkt haben! Vielen Dank. Ich fühl nun wenigstens wieder den Trotz und geb noch nicht auf. 

Danke!

Experte-Bohnet
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02.10.2015, 21:28 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Danke für Ihre netten Worte! Melden Sie sich ggf. gerne wieder!