Hormonstatus "nicht notwendig"?

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

08.03.2018 | 02:05 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Bohnet,

nachdem ich in bereits seit einiger Zeit unter zunehmenden "typischen" WJ-Beschwerden leide, habe ich meine Gynäkologin um einen Hormonstatus gebeten.

Sie lehnte das jedoch ab mit der Begründung, er würde ohnehin nur eine "Momentaufnahme" darstellen und ihr würde meine Schilderung reichen, um zu wissen, dass ich im Vorwechsel wäre. Sie verschrieb mir Utrogestan, das ich ab dem 12. Zyklustag für 15 Tage nehmen soll (200 mg abends, vaginal).

Ebenfalls meinte sie, es wäre unnötig, den D3 Spiegel testen zu lassen, ich solle einfach die verordneten Tropfen nehmen (hatte imemr einen Mangel), nur Eisenwert und Schilddrüsenhormone wollte sie bestimmen.

Ich nehme zwar auch an, dass mein Progesteronspiegel stark gesunken sein muss, würde aber auch gern erfahren, wie es um die anderen Werte bestellt ist (Östrogen, DHEA,...), ist es wirklich so unnötig, ein Blutbild anzufordern?

Ich bin 51J, meine Symptome sind manchmal lange, meist aber sehr kurze Zyklen, tw. unregelmäßig, zuletzt sehr lange Blutungsdauer mit erst sehr schwacher, nach einer Woche dann plötzlich extrem starker Blutung und Koageln, verstärkte Kopfschmerzen, Schmerzen und Spannungsgefühle in der Brust, leichter Schwindel, leichte Übelkeit, Schlaflosigkeit, Herzklopfen, aufgeblähter Bauch, auch manchmal nächtliches Schwitzen.

Gegen die starken Blutungen verschrieb sie mir Cyklokapron, das ich bei Bedarf einnehmen soll (3x1)- was sagen sie dazu, ist das unbedenklich einzunehmen?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

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Bisherige Antworten
Experte-Bohnet
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08.03.2018, 07:39 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

In Ihrer Altersgruppe sind erfahrungsgemäß die Eierstöcke zu ca. 80 % erloschen, sodass durchaus erstmal auch eine symptomatische Behandlung in Frage kommt. Aber meist, und das bestätigen Sie, kommen die Blutungsunregelm. nicht in den Griff. Aus diesem Grunde verordne ich in dieser Lebensphase meist ein sog. Kombi-Präp, um regelm. Blutungsintervalle zu gewährleisten. 

Sie sollten mindesten 2000 E Vit D pro Tag einnehmen!

Es wäre schöne, wenn Ihre Ärztin ihr Vorgehen besser begründen würde!

Gewicht, Knochendichte?

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08.03.2018, 11:34 Uhr
Antwort

Vielen Dank für die rasche und ausführliche Antwort!

Mein Gewicht ist leider zu hoch, bei 1,80 wiege ich 102 kg. Knochendichte wurde noch nie gemessen (ich wurde auch nie danach gefragt, ob ich es machen möchte, kann ich das ach von mir aus verlangen?)

Außerdem meinte meine Ärztin auch noch, bei den langen Blutungen von 14 Tagen wären die ersten Tage nur als "Vorblutung" zu werten, der "richtige" Zyklus beginne erst, wenn die Blutung sehr stark und schmerzhaft wäre, ab da solle ich zählen (bis zum 12. Tag, an dem ich Utrogestan nehmen soll)- stimmt das so? Ich bin schon komplett verwirrt.

Und noch etwas- ist Utrogestan natürlich, naturidentisch oder chemisch hergestellt? Ich habe widersprüchliche informationen dazu gefunden.

Vielen Dank und liebe Grüße!

Experte-Bohnet
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09.03.2018, 08:14 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Es gibt nur ein körpereigenes Progesteron. Das mit "naturidentisch" ist ein Verkaufstrick!

Bei Ihrem Gewicht wird erfahrungsgemäß zu viel Östron gebildet, was die unregelm. Blutungen und "Wucherungen" der GBM-Schleimhaut begünstigt. Leider haben Sie dadurch ein u.a. erhöhtes Thrombose-Risiko, was durch Hormonanwendung gesteigert wird. Das ist natürlich ein Problem!

Laut den internat. Therapie-Leitlinien sollte man Ihnen in der Tat nur Prog. verordnen! Aber das Problem damit kennen Sie.

Wäre es da nicht sinnvoll, eine dauerhafte, zumindest geringe Gew.-Red. an zu streben?! weight watcher? fitness-tracker u.a.